
Biergarten & Kneipe
Essen & Bierkultur
Wo trinkt Berlin sein Bier? Gern im Biergarten. Der Prater an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg ist seit 1837 in Betrieb und gilt als ältester Biergarten der Stadt. Auf dem früheren Bötzow-Gelände eröffnete im Juli 2024 ein Augustiner-Biergarten, und auch die Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee erinnert daran, wie eng Bier und Stadtleben hier verwoben sind.
Zu den Berliner Gerichten, die zum Bier passen, gehören Currywurst, Bulette und Eisbein. Die Bulette ist die Berliner Frikadelle, gern kalt zum Bier, das Eisbein ein gepökeltes Schweinebein, meist mit Sauerkraut und Erbspüree. Die Säure der Weisse schneidet durch Fett wie ein Spritzer Zitrone auf dem Fisch, das Pils antwortet auf die salzige Wurst.
Die Kneipe gehört zur Stadt wie die Weisse. „Molle“ nennt man hier das Glas Bier, oft zusammen mit einem Korn bestellt, und in vielen Kiezen steht an der Ecke ein Spätkauf, der bis spät in die Nacht Bier verkauft. Das Trinken an der frischen Luft gehört zum Berliner Sommer.
Trinkgrößen sind übersichtlich: Als Maß für die Weisse mit Schuss gelten 0,33 Liter Bier und etwa 2 Zentiliter Sirup. Dass die Weisse in der „Arche des Geschmacks“ steht, zeigt: Ohne Gäste, die sie bestellen, bliebe sie ein Eintrag im Verzeichnis. Im Prater, in der Kulturbrauerei und in den vielen Kneipen der Kieze entscheidet sich also, ob aus der alten Berliner Weisse wieder ein Alltagsbier wird.