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Region & Geschichte in der Region Berlin

Weisse & Großbrauereien

Region & Geschichte

Wie alt ist die Berliner Weisse? Eine Urkunde vom 9. November 1680 über die höhere Besteuerung von Weizenbieren gilt als ihre amtliche Geburtsanzeige, ähnliche Biere gab es schon im 16. Jahrhundert. Im ausgehenden 19. Jahrhundert nannte man sie den „Champagner des Nordens“, weil sie so prickelnd und leicht war.

Zu diesem Beinamen gehört eine Legende: Napoleons Truppen sollen das Bier 1809 so genannt haben. Belegt ist das nicht, es bleibt eine gern erzählte Geschichte. Sicher ist nur, dass der Name im späten 19. Jahrhundert in Gebrauch war.

Mit der Gründerzeit kamen die untergärigen Brauereien. 1842 gründete der Apotheker Heinrich Prell eine der ersten Lagerbierbrauereien Deutschlands in Berlin, 1853 kaufte Jobst Schultheiß sie und baute das erfolgreichste Berliner Brauunternehmen daraus auf. Auf dem Gelände an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg stehen heute Clubs, Kino und Restaurants der Kulturbrauerei. Neben Schultheiß wurde Berliner Kindl zur zweiten großen Marke der Stadt.

Eine dritte Größe war Bötzow. Julius Bötzow wurde 1886 Hoflieferant, und seine Brauerei in Prenzlauer Berg galt nach Angaben des Berliner Zentrums Industriekultur als größte Privatbrauerei Norddeutschlands, mit einem Biergarten für bis zu 6.000 Gäste. 1919 kaufte Schultheiß sie auf, zwei Jahre später war der Betrieb zu Ende.

Heute gehören Kindl und Schultheiß zur Radeberger Gruppe und werden seit 2006 in einer gemeinsamen Brauerei in Alt-Hohenschönhausen gebraut. Dazu kamen kleine Brauereien wie Vagabund, 2011 gegründet. Berliner Weisse hat keinen EU-Herkunftsschutz. Seit 2014 führt Slow Food sie in der „Arche des Geschmacks“, einem Verzeichnis bedrohter Lebensmittel.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenSauerbier erklärt
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