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Region & Geschichte in der Region Brandenburg & Lausitz

Kloster, Streit, Aktienbrauerei

Region & Geschichte

Wer wissen will, wie Brandenburg zu seinem berühmtesten Bier kam, fährt nach Neuzelle bei Eisenhüttenstadt. Dort gründeten Zisterzienser 1268 ihr Kloster. Überliefert ist, dass die Mönche 1589 mit Erlaubnis Kaiser Rudolfs II. ihr Bier in der Umgebung verkaufen durften. Die Klosterbrauerei Neuzelle steht bis heute auf diesem Gelände.

Ihr Schwarzer Abt machte die Brauerei bundesweit bekannt, und zwar vor Gericht. Der Brandenburger Bierkrieg begann nach 1993, als das westdeutsche Biergesetz auch im Osten galt. Das Schwarzbier enthält nach Angaben der Brauerei bis zu zwei Prozent Invertzuckersirup, ein Zucker, der in untergärigem Bier nicht erlaubt ist. Der Antrag auf eine Ausnahme wurde abgelehnt, und die Brauerei verzichtete zeitweise auf das Wort „Bier“ auf dem Etikett.

2003 schrieb Neuzelle es wieder aufs Etikett. Im Februar 2005 entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Sprungrevisionsverfahren zugunsten der Brauerei. Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Driehaus fasste es so zusammen: Der Schwarze Abt sei ein besonderes Bier und dürfe unter diesem Namen gebraut und verkauft werden. Damit endete nach etwa 13 Jahren ein Streit um ein einziges Wort.

Eine ganz andere Geschichte liegt in der Oberlausitz. In Görlitz entstand 1869 die Görlitzer Aktien-Brauerei, aus der die heutige Landskron Brau-Manufaktur hervorging. Schon im ersten Geschäftsjahr kamen 27.000 Hektoliter zusammen, und 1908 waren es erstmals 100.000. Die Marke Landskron ließ sich die Brauerei 1882 patentrechtlich schützen.

Im sächsischen Löbau begann 1846 die Geschichte der Bergquell-Brauerei. Aus der Aktiengesellschaft wurde 1972 der volkseigene Betrieb, und 1999 übernahm Steffen Dittmar eine Brauerei mit 7.000 Hektolitern Jahresausstoß. Heute sind es etwa 200.000. Einen EU-Herkunftsschutz gibt es für keines dieser Biere. Brandenburg zählt je nach Quelle gut zwei Dutzend kleine Brauereien.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenLager und Ale im Vergleich
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