
Sand, Brunnen, Keller
Wasser & Boden
Brandenburg ist Sandland, und unter dem Sand liegt Grundwasser. Bergquell in Löbau nennt einen eigenen Brunnen als Teil seines Wassermanagements. Eine eigene Quelle bedeutet allerdings nicht, dass das Wasser unverändert im Sudkessel landet.
Welche Härte welches Bier macht, ist eine alte Frage. Weiches Wasser passt zu hellen, hopfenbetonten Bieren. Karbonatreicheres Wasser stützt dunkle Malze, deshalb gelten Dunkel, Porter und Stout seit jeher als Biere harter Brunnen. Für die Lausitz liegen uns keine geprüften Wasserwerte vor, und die Brauer bereiten ihr Wasser heute ohnehin auf, mit Enthärtung oder Salzzugabe. Dass der Boden den Stil bestimmt, ist Vergangenheit.
Was dagegen wirklich vom Ort abhängt, ist der Keller. Bei Landskron in Görlitz liegen die Gärräume von 1869 unter Denkmalschutz. Das Bier reift dort in Kellern, die nach Angaben der Brauerei 12 Meter tief liegen, und zwar etwa 40 Tage lang. Das ist länger, als viele Brauereien ihrem Lagerbier gönnen.
Der Grund ist einfach. Tief im Boden bleibt es das ganze Jahr über kühl, ohne dass jemand Strom für die Kälte braucht, und die Hefe arbeitet langsam und sauber. Als es noch keine Kühlmaschinen gab, war das der einzige Weg, im Sommer helles Lagerbier zu haben.
Wie hart das Wasser in Neuzelle, Görlitz oder Löbau ist, wird in den greifbaren Quellen nicht beziffert. Wir nennen deshalb keine Zahl, sondern halten fest: Bei diesen Bieren schmeckt man in erster Linie das Malz und die lange Lagerung, nicht den Brunnen.