
Hanse & Export
Region & Geschichte
Bremer Bier hat seine Wurzeln im Handel. Schon im 13. Jahrhundert war Bier das wichtigste Exportgut der Hansestadt an der Weser. Nach Angaben der Bremer Stadtwerbung bestand damals etwa vierzig Prozent der Fracht nach Holland, Flandern, England oder Skandinavien aus Bierfässern.
Im 19. Jahrhundert wanderte das Brauen aus den Bürgerhäusern in die Fabrik. Am 20. Mai 1826 gründete der 24-jährige Cord Hinrich Haake seine Brauerei in der Wachtstraße. Am 27. Juni 1873 folgten der Bauunternehmer Lüder Rutenberg, der Braumeister Heinrich Beck und der Kaufmann Thomas May mit der Kaiser-Brauerei Beck & May.
Die Neugründung nannte sich bald Exportbrauerei Beck & Co. und setzte ganz auf Schiffsladungen. Ein helles Bier nach Pilsener Art sollte lange Überfahrten überstehen. Auf der Weltausstellung in Philadelphia 1876 soll es, so die Überlieferung, als „bestes aller kontinentalen Biere“ eine Goldmedaille bekommen haben.
1921 legten Haake und Beck ihre Produktion zusammen, daher trägt die Marke bis heute den Doppelnamen Haake-Beck. Beck's gehört inzwischen zu AB InBev, dem größten Brauereikonzern der Welt. Daneben gibt es wieder die Union-Brauerei: 1907 von Bremer Gastwirten gegründet, 1965 von Haake-Beck übernommen und 1968 geschlossen, braut sie seit Dezember 2015 erneut.
Seit dem 18. Juli 1998 ist „Bremer Bier“ eine geschützte geografische Angabe der EU, kurz g.g.A. Sie bindet den Namen an die Stadt. Wer hier braut, ist überschaubar: neben dem großen Werk von Beck's arbeiten kleinere Häuser wie die Union-Brauerei.
Das Werk von Beck's steht bis heute in der Neustadt am linken Weserufer, dort, wo die Schiffe anlegten. Aus dem Hafenbetrieb wurde eine Marke, die in der ganzen Stadt bekannt ist und die Bremen in alle Welt trägt.