
Weser, flaches Land
Wasser & Boden
Bremen liegt flach an der Weser, nur wenige Meter über dem Meer. Bis zum Weserwehr in Hemelingen steigt und fällt der Fluss mit den Gezeiten, und die Schiffe, die einst Bier nach Übersee brachten, fuhren fast bis vor die Brauereien. Das Wasser, das im Bier steckt, kommt allerdings nicht aus dem Strom.
Wie hart das Bremer Brauwasser ist, lässt sich nicht als Eigenschaft des Bremer Bieres festschreiben. Belastbare Messwerte liegen hier nicht vor, und große Brauereien bereiten ihr Wasser ohnehin auf: Sie enthärten es, entziehen ihm Salze oder geben gezielt Mineralien zu. Der Satz „Das Wasser macht den Stil“ gehört deshalb mehr in die Geschichte als in die Gegenwart.
Was Pils vom Wasser braucht, ist bekannt. Weiches, mineralarmes Wasser lässt die Bittere des Hopfens sauber und fein wirken, wie es das Vorbild aus Pilsen zeigt. Hartes, karbonatreiches Wasser dagegen macht die Bittere derber und passt eher zu dunklen Bieren. Wer ein helles Exportbier brauen wollte, musste sein Wasser also zurechtlegen.
Dazu kommt der Boden. Wo Marsch und Sand flach unter dem Himmel liegen, gibt es keinen Berg, in den sich ein Felsenkeller schlagen ließe, wie ihn Franken oder Bayern kennen. Gekühlt wird in Bremen technisch, in Tanks und gedämmten Kellern. Das Bier reift damit unabhängig vom Gelände, nur vom Takt der Anlage bestimmt.
Dass Beck's und Haake-Beck so weit über die Stadt hinaus bekannt wurden, hängt auch am Wasserweg. Die Weser trug die Fässer zum Hafen und weiter zur Nordsee, und das Bier musste auf dieser Reise stabil bleiben. Das erklärt, warum die Bremer Brauer den Wert auf klare, haltbare Biere legten und weniger auf wuchtige Aromen.