
Herzog und Erzbischof
Region & Geschichte
Das Hofbräuhaus Traunstein geht auf das Jahr 1612 zurück, als Herzog Maximilian dort ein „Weißes Preyhaus“ eröffnete, einen staatlichen Betrieb für Weißbier. Weißbier war damals ein herzogliches Vorrecht: Nach dem Aussterben der Degenberger 1602 hatte Maximilian I. das Monopol an sich gezogen. Traunstein bekam damit früh ein Brauhaus, das für den Hof arbeitete.
1820 wurde die Brauerei privatisiert und braute nun auch andere Biere. Seit 1896 gehört sie der Familie Sailer, damals kaufte Josef Sailer aus Lauingen das Haus. Unter dem Hang entstanden im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert große Kelleranlagen.
Wer vom Chiemsee nach Osten fährt, kommt in den Rupertiwinkel. Das Land zwischen Salzach, Saalach und Teisendorf gehörte lange zum Erzstift Salzburg und wurde 1816 von Salzburg getrennt, es ist seither bayerisch. Deshalb standen hier Brauereien, die einem Erzbischof gehörten und nicht dem bayerischen Herzog.
In Teisendorf ist 1557 ein „preuhaus in der Gassn“ belegt. Am 28. Mai 1666 kaufte Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein die Brauerei und machte sie zur Hofbrauerei. Nach der Säkularisation erwarb sie 1813 Philipp Wieninger aus Trautmannsdorf im Bayerischen Wald. Nach Angaben der Brauerei führt die Familie sie bis heute, inzwischen in der siebten Generation.
Die Tourismuswerbung der Region spricht von zwölf traditionellen Brauereien, allein in Traunstein stehen drei. Einen eigenen Herkunftsschutz für Chiemgauer Bier gibt es nicht. Es gilt das „Bayerische Bier“, das seit 2001 als geschützte geografische Angabe eingetragen ist.