
Landbier und Pils
Bierstile
Was ist ein Landbier? Der Name beschreibt weniger einen Stil als eine Haltung: ein schlichtes, süffiges, meist helles Bier aus der Dorfbrauerei, vom Typ her nah am Hellen. In der Coburger Gegend steht es bei den Brauereien an erster Stelle, etwa als Itzgrunder Landbier.
Das Helle ist untergärig und moderat gehopft. Nach den Richtlinien von BJCP liegt es bei 11 bis 11,9 Grad Plato Stammwürze, 4,7 bis 5,4 Prozent Alkohol und 16 bis 22 IBU. Es schmeckt nach Brotkruste und Getreide, mit zarter Hopfenwürze, und es ist weich im Abgang. Dazu passt der Begriff Vollbier, den viele Dorfbrauereien auf ihre Etiketten schreiben.
Das Pils steht daneben, etwa als Storchen-Pils. Es ist ebenfalls untergärig, aber trockener und deutlich hopfiger. Nach denselben Richtlinien hat ein deutsches Pils 22 bis 40 IBU. Den Unterschied schmeckt man schon beim ersten Schluck: Das Pils schneidet, das Helle rundet ab.
Daneben gibt es Bockbier als Saisonbier. Bock ist nach der Bierverordnung nur, was mindestens 16 Prozent Stammwürze hat. Und das Rauchbier Lorenz' Meistersud ist ein Sonderfall: Die Bamberger Art, in Coburger Land übernommen.
Weißbier und Kölsch sind hier kein Thema. Wer nach dem Coburger Bier fragt, bekommt ein Lagerbier in verschiedenen Stärken, hell, frisch, ohne Experiment. Ein Lager heißt so, weil es nach der Gärung lange gelagert wird, und bei Landbier merkt man diese Ruhe an der weichen, runden Trinkart.
Hellesuntergärig
- Stammwürze
- 11–11,9 °P
- Alkohol
- 4,7–5,4 % vol
- Bittere
- 16–22 IBU
- Farbe
- 6–10 EBC
Strohgelb bis goldgelb, weich, Brotkruste, zarte Hopfenwürze.