
Bierstadt Dortmund
Region & Geschichte
Dortmunder Export ist ein helles, untergäriges Bier, das 1873 in der Union-Brauerei zum ersten Mal gebraut wurde. Unter Braumeister Fritz Brinkhoff entstand dort ein Bier, das vollmundiger war als ein Pils und sich besser lagern ließ. Der Name sagt es schon: Es sollte exportiert werden, auch in ferne Länder.
Dortmund liegt am Hellweg, einer alten Handelsstraße quer durch Westfalen. Gebraut wurde hier lange vor der Industrie. Mit den Zechen und den Stahlwerken kamen aber Tausende durstige Arbeiter in die Stadt, und die Brauereien wuchsen mit. Um 1900 gab es in Dortmund noch rund 30 Brauereien.
Dann wurde es enger. Nach dem Ersten Weltkrieg fehlten Rohstoffe, und die Besetzung des Ruhrgebiets machte vielen Betrieben das Geschäft schwer. Übrig blieben acht Marken, darunter DAB, Union, Hansa, Thier und Kronen. Die Dortmunder Brauereien erreichten in den 1950er Jahren zusammen etwa 7,5 Millionen Hektoliter im Jahr. In den 1950er bis 1970er Jahren galt die Stadt als Bierhauptstadt Europas.
Danach kam der Rückgang. Der Biermarkt änderte sich, Konzerne kauften Marken auf, und Standorte mitten in der Stadt waren nicht mehr zu halten. Die Union-Brauerei ging 1994 an einen Dortmunder Mitbewerber. Heute werden Union und Brinkhoff's auf dem Gelände der Actien-Brauerei gebraut, die zur Radeberger Gruppe gehört. Neben den großen Marken gibt es in der Stadt auch kleinere Brauereien.
Was das Wort „Dortmunder“ rechtlich bedeutet, regelt Brüssel: Dortmunder Bier ist seit dem 18. Juli 1998 eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.), der Name ist also an die Stadt gebunden. Ob ein Bier als Export, Pils oder Helles verkauft wird, regelt der Schutz nicht. Das Dortmunder Brauereimuseum im alten Maschinenhaus der Hansa-Brauerei erzählt diese Geschichte seit 2006 an ihrem Originalschauplatz.