
Pils, Pilsner Art
Bierstile
Was ist Pils, und was unterscheidet das sächsische vom böhmischen? Pils oder Pilsner ist ein helles, untergäriges, hopfenbetontes Vollbier. Seinen Namen hat es von Pilsen, wo der Bayer Josef Groll am 5. Oktober 1842 das erste Mal so braute.
Radeberger nennt sein Bier ein Pilsner, die Brauerei beruft sich auf die Pilsner Art. Das heißt: helle Malze, weiches Wasser, kräftige Hopfengabe und kühle Lagerung. Der Name Pils selbst ist in Deutschland kein geschützter Begriff, sondern eine Stilbezeichnung.
Deutsches Pils ist meist schlanker und trockener als das böhmische Vorbild. Das tschechische Pils fällt in den Wettbewerbsrichtlinien breiter aus, mit mehr Stammwürze, also mehr gelöstem Malzzucker in der Würze vor der Gärung, und kräftigerem Malzkörper. In Sachsen steht dem helleren Strohgelb eine klare Bittere gegenüber.
Die Spannen unten stammen aus den BJCP-Stilrichtlinien 2021, einem Wettbewerbsleitfaden aus den USA. Sie sind Korridore, keine Rezeptpflicht. Konkrete Biere können abweichen, die genauen Werte stehen auf dem Etikett.
Eine Eigenheit hat das Pils noch: Die Schaumkrone gehört zum Bier. Sie hält die Kohlensäure und den Duft im Glas, und sie gibt dem Trinkenden den ersten Eindruck von der Frische.
Wie viel Alkohol hat Pils aus Radeberg oder Dresden? Das Etikett gibt es an, meist liegt es im Bereich von etwa fünf Prozent vol. Die Norm für deutsches Pils nennt 4,4 bis 5,2 Prozent. Feldschlößchen und Radeberger bewegen sich im selben Rahmen, die Spanne gilt für den Stil, nicht für einzelne Marken.
Deutsches Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–12,4 °P
- Alkohol
- 4,4–5,2 % vol
- Bittere
- 22–40 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Helles Goldgelb, weißer Schaum, klare Hopfenbittere, trockener Abgang.