
Alt und Hausbrauereien
Region & Geschichte
Wer in Düsseldorf ein Alt bestellt, bekommt ein Bier, dessen Name ein Verfahren beschreibt. „Alt“ meint die alte Art zu brauen, mit obergäriger Hefe, die bei Zimmerwärme arbeitet. Sie war am Niederrhein üblich, bevor sich untergärige Lagerbiere durchsetzten. Danach reift das Bier kühl, und genau diese Mischung macht den Charakter aus.
Eine Hausbrauerei ist ein Wirtshaus, das sein Bier im eigenen Haus braut und gleich dort ausschenkt. Rund um die Altstadt stehen vier klassische: Schumacher, Füchschen, Uerige und Schlüssel. Seit dem Herbst 2010 braut zusätzlich Kürzer in der Altstadt. Gläser, Fässer und Kessel liegen oft nur wenige Meter auseinander.
Die Jahreszahlen sind meist Angaben der Häuser selbst. Schumacher beruft sich auf 1838, damals im Wirtshaus „Im Sonnenaufgang“ an der Citadellstraße. Das Füchschen an der Ratinger Straße nennt 1848, vermutet aber schon um 1640 einen Ausschank unter dem Namen „Im Füchschen“. Das Uerige führt seinen Namen auf Düsseldorfer Platt zurück, „uerig“ bedeutet mürrisch, und erzählt von dem launischen Wilhelm Cürten, der ab 1862 sehr bitteres Bier braute.
Beim Schlüssel erklärt man den Namen mit einem mittelalterlichen Brauch: Der Schlüssel zum Stadttor soll im Nachbarlokal gelegen haben.
Anders als beim Kölsch gibt es für das Altbier keinen Herkunftsschutz. Es steht nicht im EU-Register der geschützten Bezeichnungen, und eine Konvention wie die Kölsch-Konvention von 1986 ist nicht bekannt. Was Alt ist, bestimmen deshalb die Gewohnheit und der Geschmack der Stadt. Wie viele Brauereien insgesamt Alt herstellen, lässt sich nicht verlässlich beziffern, die Hausbrauereien der Altstadt bilden aber den Kern.