
Hanse & Bock
Region & Geschichte
Warum heißt Bockbier Bockbier? Wegen Einbeck. Die Stadt liegt im Süden Niedersachsens zwischen Leine und Solling, und das „Ainpöckische Bier“ von dort wurde im Münchner Dialekt zu „Oanpock“ und schließlich zu „Bock“. Mit dem Ziegenbock auf den Etiketten hat der Name nichts zu tun, der kam später als Wortspiel dazu.
Urkundlich greifbar wird das Einbecker Bier im Jahr 1378, damals ist eine Lieferung nach Celle verzeichnet. Nach städtischer Überlieferung gehörte Einbeck seit 1368 zur Hanse. Im 14. Jahrhundert besaßen rund 700 Vollbürger das Braurecht und brauten im eigenen Haus. Der Rat kaufte die überschüssigen Fässer auf und verkaufte sie über die Handelswege der Hanse weiter, von Amsterdam bis Reval.
Dem Reformator Martin Luther wird vor dem Reichstag in Worms 1521 der Satz zugeschrieben, das beste Getränk, das man kenne, heiße Einbecker Bier. Belegt ist jedenfalls, dass der Ruf des Bieres weit über die Region hinausreichte. Bis 1794 brauten die Bürger selbst, danach übernahm ein gemeinschaftliches Brauhaus der Stadt diese Arbeit.
Der Münchner Hof bezog ab 1555 Einbecker Bier. Das war teuer, denn der Weg nach Bayern war lang. Also holte man 1614 den Einbecker Braumeister Elias Pichler ans Hofbräuhaus, und der braute dort sein „Ainpöckisch Bier“. Aus der Einbecker Spezialität wurde ein Münchner Starkbier, und das Wort „Bock“ blieb daran hängen.
Herkunftsschutz gibt es dafür nicht: „Einbecker Bier“ steht nicht im EU-Register der geschützten Herkunftsangaben. Auch „Bockbier“ ist heute eine Gattung und keine Ortsbezeichnung. Nach der Bierverordnung darf sich ein Bier so nennen, wenn es mindestens 16 Prozent Stammwürze hat, also genug Malzzucker in der Würze vor der Gärung. Wo es gebraut wird, ist dabei gleichgültig.