
Glashütte & Silberberge
Region & Geschichte
Wernesgrüner gilt als älteste noch bestehende Brauerei Sachsens, und ihre Geschichte beginnt im Wald. 1436 erhielten die Brüder Schorer, eine Glasmacherfamilie, das Recht, bei Wernesgrün eine Glashütte zu betreiben. Zu so einem Privileg gehörten damals auch Brau- und Schankrechte.
Im Erzgebirge hat der Bergbau das Leben bestimmt. Seit dem 12. Jahrhundert wird hier Silber gefördert, später kamen Zinn und andere Erze dazu, und um die Gruben wuchsen Städte. Wer nach der Schicht aus dem Stollen kam, wollte etwas zu trinken, und das Brauen gehörte zum Alltag der Bergstädte.
Die Industrie schrieb das nächste Kapitel. In Plauen gründete man am 23. Oktober 1857 den Aktienbrauverein im Syratal, aus dem die heutige Sternquell-Brauerei wurde, und den Markennamen Sternquell gibt es seit 1934.
Im Chemnitzer Ortsteil Einsiedel eröffnete der Maschinenbauer Emil Schwalbe am 29. August 1885 eine Privatbrauerei. Sie sollte 5.000 Hektoliter im Jahr liefern, das sind 500.000 Liter. Zehn Jahre später war die Kapazität zehnmal so groß. 1903 wurde daraus eine Aktiengesellschaft, 1972 ging sie in Staatseigentum über.
In der DDR enteignete man die Wernesgrüner Betriebe und fasste sie zur VEB Exportbierbrauerei Wernesgrün zusammen. Das Pils von dort galt als herbe Spezialität. Nach 1990 gingen die Häuser getrennte Wege: Sternquell wurde als GmbH neu gegründet, Einsiedler 1991 ebenfalls, Wernesgrüner kam 2002 zur Bitburger Braugruppe und gehört seit dem 1. Januar 2021 zu Carlsberg Deutschland.
Einen EU-Herkunftsschutz gibt es für diese Biere nicht. Im europäischen Register für Bier steht keine sächsische Brauerei, auch Wernesgrüner nicht. Der gute Ruf der drei Häuser ruht auf ihren Marken.