
Dorf, Gasthof, Sud
Region & Geschichte
Wie viele Brauereien gibt es in der Fränkischen Schweiz? Der Tourismusverband spricht von über siebzig, fast alle in Familienhand. Sie verteilen sich auf ein Mittelgebirge zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth, und kaum eine andere Gegend in Deutschland kommt auf so viele Betriebe.
Den Namen bekam die Landschaft erst spät. Die Erlanger Studenten Wackenroder und Tieck wanderten 1793 durch die Täler und fühlten sich an die Schweiz erinnert. Die Romantik machte aus diesem Eindruck eine Bezeichnung, die bis heute auf jedem Wanderwegweiser steht.
Das Bier ist älter als der Name. In vielen Dörfern braute der Wirt selbst, weil das Wirtshaus das Wohnzimmer des Ortes war und frisches Bier den kürzesten Weg ins Glas hatte. Aus manchem Gasthof wurde so eine Brauerei, oft mit eigener Metzgerei im Haus.
Am dichtesten steht das alles in Aufseß. Dort leben rund 1.300 Menschen, und vier Betriebe brauen: Rothenbach, Reichold in Hochstahl, Stadter in Sachsendorf und Kathi-Bräu in Heckenhof. Nach Angaben der Gemeinde und des Tourismus nahm das Guinness-Buch der Rekorde Aufseß 2001 als Ort mit der höchsten Brauereidichte nach Einwohnern auf.
Einen eigenen Herkunftsschutz hat das Bier der Fränkischen Schweiz nicht. Es gilt das europäische Siegel „Bayerisches Bier“, das 2001 als geschützte geografische Angabe eingetragen wurde, und in Bayern darf auch obergäriges Bier keinen Zucker enthalten.
Die Stadt mit dem Rauchbier liegt am Rand der Region, hat aber ihre eigene Reise. Hier geht es um die Dörfer, die Keller und die Wege dazwischen.