
Weiches Brunnenwasser
Wasser & Boden
Warum schmeckt Jever so herb, und was hat das Wasser damit zu tun? Nach Angaben des Friesischen Brauhauses zu Jever stammt das Brauwasser aus einem eigenen Brunnen, der seit mehr als hundert Jahren genutzt wird. Es ist weich, also arm an gelösten Mineralien, und genau das lässt dem Braumeister Spielraum, etwas mehr Hopfen zu geben, ohne dass die Bittere hart wirkt.
Das Prinzip kennt man von Pilsen, dem Ursprungsort des hellen Pils. Dort war das Wasser ebenfalls sehr weich, und das passte zu einem hopfenbetonten hellen Lager. Wie Jevers Wasser im Einzelnen zusammengesetzt ist, veröffentlicht die Brauerei nicht in einer Form, auf die sich ein Text stützen könnte. Konkrete Härtegrade lassen wir deshalb weg. Entscheidend ist ohnehin der Geschmack: weich im Wasser, herb im Hopfen.
Zur Landschaft: Das Jeverland ist Marschland, so flach, dass der Blick bis zum Deich und über ihn hinweg zum Wattenmeer reicht. Das Land liegt kaum über dem Meeresspiegel, Entwässerungsgräben und Siele halten es trocken. Weiter im Binnenland folgen die höheren, sandigen Geestrücken und große Moorflächen. Dass Moorwasser ein Bier prägt, ist für die großen Brauereien der Gegend nicht belegt und bleibt hier deshalb eine offene Frage.
Heute bereiten fast alle Brauereien ihr Wasser auf, enthärten es oder fügen Salze zu. Der Brunnen liefert die Grundlage, den Rest regelt die Technik. Wichtiger als das Gestein ist im Norden das Klima: Die Luft ist kühl und feucht, was das Lagern kalter Biere erleichtert.