
Käse, Wild, Walpurgis
Essen & Bierkultur
Was isst man im Harz zum Bier? Der Klassiker ist Harzer Käse, ein fettarmer Sauermilchkäse mit kräftigem Geruch, der in der Rollenform auch Harzer Roller heißt. Man isst ihn oft mit Zwiebeln, Essig und Öl und dazu Brot. Er ist mild im Fett und scharf im Geschmack, und genau deshalb passt ihm ein Bier mit Säure wie die Gose, denn die Säure schneidet den würzigen Käse.
Auch Wild gehört in die Harzer Küche. In den Wäldern leben Hirsch, Wildschwein und Mufflon, und Gaststätten der Region führen häufig Wildgerichte. Zu Braten mit dunkler Soße schmeckt ein malziges Bier wie ein Dunkel oder ein Hüttenbier, zu einem leichten Schmorgericht eher ein Pils.
Das Brauhaus Goslar kombiniert seine Biere nach eigenen Angaben mit regionaler Küche, im Haus von 1720 am Markt. Dort wird laut Brauerei mehrmals die Woche gebraut. Wer eine Gose im Wirtshaus bestellt, trinkt sie oft zu Käse, Fisch oder Geflügel, weil Säure und Salz fettige Speisen leichter machen.
Zur Bierkultur im Harz gehört die Walpurgisnacht. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai feiern Orte rund um den Brocken, zum Beispiel in Schierke und in Thale, das Hexenfest mit Feuern und Verkleidungen. Der Brocken ist der höchste Berg des Gebirges und in der Sage Treffpunkt der Hexen.
Wer das Brauhaus Lüdde in Quedlinburg besucht, trifft auf ein Haus, in dem nach eigenen Angaben seit 1807 Bier gebraut wird. Solche Brauhäuser verbinden Wirtshaus und Brauerei unter einem Dach. Der Weg vom Sudkessel ins Glas ist kurz, und im Ausschank erkennt man die Handschrift des Hauses.