
Spargel & Biergarten
Essen & Bierkultur
Im Frühjahr gibt es in der Hallertau etwas, das es sonst kaum gibt: Hopfenspargel. Das sind die jungen Triebe der Hopfenpflanze, die Bauern im Frühling ernten, bevor die Reben hochwachsen. Man isst sie ähnlich wie Spargel, mit Butter, in Suppen oder auf Brotscheiben.
Zu Hopfenspargel und Brotzeit passt ein Helles. Mit seiner milden Bittere stützt es die feinen Aromen, statt sie zu übertönen. Zum deftigen Schweinebraten mit Kruste und Knödel passt ein Pils, dessen Bittere das Fett kürzt.
Die klassische bayerische Brotzeit gehört ohnehin dazu: Obazda, Radi, Leberkäse und Brezn. Der Radi schmeckt scharf, der Obazda cremig, und beide mag ein Bier mit etwas Bittere. Wer nach der Erntezeit fragt, hört in der Gegend oft vom Hopfenzupfen im Spätsommer.
Zur Bierkultur gehören die Biergärten der Hallertau, von denen einige zu den schönsten Bayerns zählen sollen. Man sitzt dort im Schatten, bringt oft seine Brotzeit mit und trinkt Helles aus der Halbe, dem halben Liter, oder aus der Maß, dem ganzen.
Im Spätsommer drehen sich die Dörfer um die Ernte. Betriebe laden zum Mitzupfen, es gibt Feste und Führungen, und das Deutsche Hopfenmuseum in Wolnzach zeigt zu der Zeit, wie die Hopfenzupfer früher gearbeitet haben.
Wer ein Fest besucht, sollte wissen: Die Maß hat einen Liter und viel Gewicht. Auch Hopfenbier bleibt Alkohol, und wer unterwegs ist, bestellt zwischendurch Wasser. In vielen Biergärten ist das selbstverständlich.