
Name mit Siegel
Region & Geschichte
Kulmbach liegt in Oberfranken, über der Stadt thront die Plassenburg, und Bier gehört hier zum Alltag. Der Name „Kulmbacher Bier“ steht seit dem 18. Juli 1998 als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) im EU-Register. Ein solches Siegel bindet ein Produkt an seine Herkunft: Mindestens ein Herstellungsschritt muss im genannten Gebiet stattfinden.
Die Kulmbacher Brauerei AG führt sich nach Angaben des Unternehmens auf das Jahr 1846 zurück, als brauberechtigte Bürger sich zusammentaten. Später kaufte sie zu: 1980 den Sandlerbräu, 1984 den Mönchshof. Seit 1996 stehen die Marken EKU, Reichel, Sandler und Mönchshof unter einem Dach. Heute gehört die Mehrheit von 63,8 Prozent der Paulaner Brauerei Gruppe.
Der Mönchshof trägt seinen Namen aus der Klosterzeit, denn er gehörte einst dem Zisterzienserkloster Langheim. Auf seinem Gelände steht heute das Bayerische Brauereimuseum. Es wurde 1994 eröffnet und zeigt auf mehr als 3.000 Quadratmetern, was Bier für Bayern und Franken bedeutet.
Was ist Eisbock, und wer hat ihn erfunden? Die Überlieferung nennt die Reichelbräu und das Jahr 1890. Ein Lehrling sollte ein Fass Bockbier aus der Kälte holen, tat es nicht, und am Morgen war das Fass geplatzt. Zwischen den Dauben steckte ein Eisblock mit wenig dunkler, kräftiger Flüssigkeit darin. In zeitgenössischen Braubüchern taucht die Geschichte nicht auf, sie bleibt also eine Überlieferung.
Südöstlich von Kulmbach liegt Bayreuth, die zweite Brauerstadt dieser Region. Dort gründeten die Brüder Eberhardt und Hans Maisel 1887 die Brauerei Gebr. Maisel, auf einem Grundstück an der Kulmbacher Straße. Für „Bayreuther Bier“ gibt es keinen Eintrag im EU-Register; das Siegel „Kulmbacher Bier“ gilt für Kulmbach.