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Region & Geschichte in der Region Leipzig

Gose und Messestadt

Region & Geschichte

Woher kommt die Leipziger Gose? Das Bier stammt ursprünglich aus Goslar im Harz, ist aber seit 1738 in Leipzig zu Hause. Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau soll es damals als sein Leibgetränk auf der Domäne Glauzig brauen lassen und nach Leipzig gebracht haben. So erzählt es die Stadtgeschichte, belegt ist vor allem, was danach geschah.

Die Leipziger tranken die Gose in Mengen. Nach Angaben der Stadtgeschichte gab es Mitte des 19. Jahrhunderts rund zwei Dutzend Gosenschenken, und um 1900 war sie das meistgetrunkene Bier der Stadt. Örtliche Brauereien kopierten den Stil, weil die Nachfrage das Angebot überstieg.

Die größte Schenke ließ Carl Cajeri bauen. Er eröffnete 1899 in der Menckestraße 5 das Lokal „Ohne Bedenken“, später kamen über dreihundert Plätze drinnen und ein Biergarten dazu. Der Name geht auf einen Kellner zurück, der Gästen auf die Frage nach der Verträglichkeit stets antwortete: „Ohne Bedenken!“

Dann riss die Tradition ab. Die Schenke schloss 1958, die Gose verschwand nach und nach aus der Stadt. Erst 1985 öffnete „Ohne Bedenken“ wieder, und 1999 begann in Leipzig die neue Gose-Produktion, unter anderem am Bayerischen Bahnhof, wo seit dem Jahr 2000 eine eigene Gosebrauerei besteht.

Rechtlich ist die Gose ein Sonderfall. Sie steht nicht im EU-Register für geschützte Herkunftsangaben, ihr Name ist also frei. Weil Salz und Koriander vom Reinheitsgebot abweichen, braucht sie in Deutschland eine Genehmigung als „besonderes Bier“. Daneben bleibt Leipzig Brauerstadt klassischer Art: Ur-Krostitzer aus dem nahen Krostitz erhielt sein Braurecht 1534 von Herzog Georg dem Bärtigen und gehört heute zur Radeberger Gruppe.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenSauerbier und seine Wege
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