
Hansestädte & Mönche
Region & Geschichte
Wie alt ist die Braukultur in Mecklenburg-Vorpommern? Am deutlichsten sieht man es an den Hansestädten. In Stralsund gab es nach Angaben der Stadt schon im 13. Jahrhundert mehr als 220 Braurechte, jedes gehörte zu einem Haus. Wer so ein Haus besaß, durfte Bier brauen oder brauen lassen. Auch in Rostock wird seit dem 13. Jahrhundert gewerblich gebraut.
Dazu kommt eine Mönchsgeschichte. Zisterzienser aus dem dänischen Kloster Esrom ließen sich 1172 in Dargun nieder und brauten dort, so erzählt es die heutige Darguner Brauerei. Die gibt es allerdings erst seit dem 29. Mai 1991. Damals gründete die dänische Brauerei Harboe sie als Darguner Klosterbrauerei, und in den ersten drei Jahren kam das Bier noch im Tankwagen aus Dänemark. Die Tradition ist also eine Anknüpfung, keine durchgehende Linie.
Die Brauereien, die man heute kennt, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Stralsunder Vereinsbrauerei wurde 1827 gegründet, in Lübz begann August Krüger 1877 mit dem Brauen, und in Rostock eröffnete 1878 die Brauerei Mahn & Ohlerich. Alle drei wuchsen mit der Eisenbahn und mit den Seebädern an der Küste.
Zu DDR-Zeiten gehörte die Lübzer Brauerei zum Getränkekombinat Schwerin. Sie braute vor allem für den Export in die Bundesrepublik und besaß nach Angaben der Wikipedia die einzige Dosenabfüllanlage der DDR.
Nach 1990 wechselten fast alle die Besitzer. Lübz ging an Holsten und kam mit Holsten 2005 zu Carlsberg. Die Rostocker Brauerei kaufte 1991 Beck & Co aus Bremen. In Stralsund übernahm 1991 die Nordmann-Gruppe aus Wildeshausen, seit 2011 heißt der Betrieb Störtebeker Braumanufaktur. Einen EU-Herkunftsschutz für Bier aus Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht, auch Pils ist hier wie überall nur ein Gattungsname.