
Bischöfe & Wald
Region & Geschichte
In Passau liegen Donau, Inn und Ilz so eng beieinander, dass die Stadt von drei Seiten Wasser hat. Es ist eine alte Bischofsstadt, und ihr bekanntestes Bier hat bis heute mit der Kirche zu tun. Gemeint ist die Brauerei Hacklberg am Hang über dem Inn.
Ein Taufeintrag der Dompfarrei vom Januar 1619 nennt eine Patin, deren Mann Braumeister in Hacklberg war. Gebraut wurde dort also spätestens 1618. 1675 ließ Fürstbischof Sebastian von Pötting die fürstbischöfliche Brauerei nach Hacklberg verlegen. Die Brauerei beruft sich auf diese Daten, und sie sind die Grundlage ihrer langen Geschichte.
1849 kauften die Brüder Jakob und Bartholomäus Hartl die damals königliche Brauerei. Am 13. Mai 1897 beschloss das Domkapitel den Rückkauf, für 850.000 Goldmark samt dem Stelzlhof. Der Gewinn sollte der Seminarstiftung St. Stephan zugutekommen, die Priester ausbildet. 1913 wurde die Brauerei über dem 1796 angelegten Lagerkeller im Fuchsloch neu errichtet und erhielt ihre heutige Gestalt.
Auf der anderen Innseite liegt die Innstadt. Die Innstadt Brauerei führt ihre Anfänge auf einen bischöflichen Hof des Jahres 1318 zurück. Zwischen 1876 und 1880 soll sie als erste Brauerei der Provinz Bier nach München geliefert haben. Ende 2013 übernahm Hacklberg sie. Die Peschl-Brauerei, 1259 erstmals in Passauer Stadtrechnungen erwähnt und seit 1855 in Familienbesitz, hörte Ende 2008 auf zu brauen. Ihre Marke gehört seitdem zur Brauerei Aldersbach, die Peschl-Terrasse bleibt als Gaststätte.
Hinter Passau beginnt der Bayerische Wald mit seinen kleinen Brauereien, etwa die Dampfbierbrauerei in Zwiesel und die Familienbrauerei Falter in Regen, die seit 1649 in Familienhand sein soll. Einen eigenen Herkunftsschutz gibt es für Passauer Bier nicht, es fällt unter das „Bayerische Bier“ von 2001.