
Bittere von auswärts
Hopfen
Hopfen wächst in der Rhön nicht in nennenswertem Umfang. Die Höhenlage, der kühle Wind und die kurzen Sommer sind nichts für die hohen Gerüstanlagen, die man aus der Hallertau kennt. Rhöner Brauer kaufen ihren Hopfen deshalb zu, in der Regel aus den großen deutschen Anbaugebieten. Das gilt für das Rother Bräu ebenso wie für die Klosterbrauerei am Kreuzberg.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum das nahe liegt. In Deutschland standen 2025 nach dem Bericht von BarthHaas rund 18.962 Hektar Hopfen im Anbau, der weitaus größte Teil davon in der Hallertau in Bayern. Von dort kommt auch ein Großteil dessen, was in Bierkesseln in ganz Deutschland landet. Für kleine Betriebe wie Pax Bräu in Oberelsbach lohnt der eigene Hopfengarten schlicht nicht, der Zukauf ist einfacher und liefert gleichbleibende Qualität.
Welche Sorte eine einzelne Rhöner Brauerei einsetzt, geben die wenigsten an. Verlässlich lässt sich deshalb nur beschreiben, was Hopfen im Bier tut: Er macht es bitter und haltbar, und er bringt Duft mit, nach Kräutern, Blumen oder Zitrus.
Bitterhopfen und Aromahopfen erfüllen dabei verschiedene Aufgaben. Bitterhopfen kocht lange in der Würze, der Zuckerlösung vor der Gärung, und liefert vor allem die Bittere. Aromahopfen kommt spät in den Kessel, damit sein Duft nicht verfliegt.
Im Pils der Region zeigt sich der Hopfen am deutlichsten, mit einem trockenen, leicht bitteren Abgang. Im Klosterdunkel tritt er dagegen hinter das Malz zurück, die Bittere stützt dort die Süße, statt sie zu übertönen. Das Kreuzberger Klosterbier ist dafür ein gutes Beispiel, denn es schmeckt zuerst nach Malz und erst danach nach Hopfen.