
Gose und Pils
Bierstile
Was ist eine Gose? Ein helles, leicht säuerliches Bier mit einer Prise Salz und Koriander, gebraut mit Weizen und Gerste. Ursprünglich stammt sie aus Goslar, hier im Saaleland wurde sie im 19. Jahrhundert zum Wirtshausbier von Halle und Leipzig. Sie ist ein sogenanntes besonderes Bier, weil Salz und Koriander vom Reinheitsgebot abweichen.
Wie schmeckt sie? Zuerst frisch und zitronig, dann kommt ein Hauch Salz, am Ende ein leichter Duft nach Koriander. Mit 4,2 bis 4,8 Prozent Alkohol ist sie leicht, mit höchstens 12 IBU kaum bitter. Das erinnert an Limonade mit Salz, ist aber ein ganz eigenes Getränk. Die Stammwürze, also der Zuckergehalt der Würze vor der Gärung, liegt nach der Stilnorm zwischen 9 und 13,8 Grad Plato. Die Gose von Döllnitz bei Halle begann 1824 mit Ledermann, in Magdeburg wurde dagegen das untergärige Lager bekannt.
Wie unterscheidet sich Gose von Berliner Weisse? Beide sind sauer, aber die Berliner Weisse ist milder, schwächer im Alkohol und trägt weder Salz noch Koriander. Die Gose ist würziger und runder, meist auch kräftiger.
Das Pils ist der Alltagsstil. Es ist untergärig, hell und deutlich herber, mit 22 bis 40 IBU. Der Unterschied zur Gose ist groß: Das Pils lebt vom Hopfen und von der Frische, die Gose vom Spiel aus Säure und Salz. Für Pils aus der Region gelten dieselben Normen wie im ganzen Land, ein eigener Landesstil lässt sich nicht belegen.
Gosegemischte Gärung
- Stammwürze
- 9–13,8 °P
- Alkohol
- 4,2–4,8 % vol
- Bittere
- 5–12 IBU
- Farbe
- 6–8 EBC
Hell, leicht trüb, säuerlich, zart salzig, mit Koriander, kaum Bittere.