
Familien & Pils
Region & Geschichte
Das Sauerland und das angrenzende Siegerland gelten als das Bierland Nordrhein-Westfalens. Nach einer Meldung von Radio Sauerland kommen rund 60 Prozent des in NRW gebrauten Biers aus dem Regierungsbezirk Arnsberg.
Drei Namen tragen diesen Ruf: Warsteiner, Veltins und Krombacher. Zusammen werden sie gern das Sauerländer Pilsdreieck genannt, auch wenn Krombach bei Kreuztal streng genommen im Siegerland liegt. Alle drei brauen vor allem Pils, und alle drei sind nach eigenen Angaben bis heute in Familienhand.
Warsteiner beruft sich auf das Jahr 1753, als Antonius Cramer in Warstein sein eigenes Bier braute und verkaufte. 1802 legte ein Stadtbrand Warstein in Trümmer, auch das Haus der Cramers brannte nieder. Die Familie baute es als Gasthaus mit Hausbrauerei wieder auf, und diese Domschänke steht bis heute im Stadtkern.
Die Brauerei in Grevenstein bei Meschede geht auf 1824 zurück, als Franz Kramer sie gründete. 1852 übernahm Clemens Veltins den Betrieb, der damals rund 150 Hektoliter im Jahr braute. Krombacher nennt 1803 als Startjahr: Damals wurde Johannes Haas urkundlich erwähnt, der in der Gastwirtschaft seines Vaters eine Brauerei einrichtete.
Einen Herkunftsschutz gibt es für keines dieser Biere. Im EU-Register stehen Kölsch oder Dortmunder Bier, aber kein Sauerländer Bier, und Pils ist in Deutschland ein Gattungsname, den jede Brauerei verwenden darf. Was die Region verbindet, ist also keine Rechtsregel, sondern Lage und Tradition.
Neben den Großen gibt es kleine Häuser. In Arnsberg braut der Arnsberger Mühlenbräu in einem denkmalgeschützten Gebäude von 1814 sein Bier für die eigene Gaststätte.