
Weiches Bergwasser
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser für Warsteiner, Veltins und Krombacher? Aus den Bergen. Sauerland und Siegerland sind regenreiche Mittelgebirge, und Quellen und eigene Brunnen liefern das Wasser direkt vor die Brauereitür.
In Grevenstein entspringt das Wasser nach Angaben von Veltins in den Bergen rund um den Ort. Die Brauerei beschreibt es als kalkarm und deutlich weicher als gewöhnliches Trinkwasser.
Das ist für Pils wichtig. Sehr weiches, mineralarmes Wasser galt seit Pilsen als Voraussetzung für ein helles, hopfenbetontes Bier, weil wenig gelöste Salze die Bittere schlank und klar halten.
Krombacher wirbt seit den 1960er Jahren mit Felsquellwasser. Nach Angaben der Brauerei stammt es aus der Felsenquelle im Siegerländer Rothaargebirge, dazu kommen eigene Brunnen. Entdeckt worden sei die Quelle schon 1722.
Um das Wort Felsquellwasser gab es einen Rechtsstreit. Krombacher hatte es 2010 als Marke schützen lassen, ein Hobbybrauer aus Neuss wollte die Marke löschen lassen, weil die Brauerei den Begriff nur als Werbeaussage über das Wasser benutze. Das Landgericht Bochum gab ihm im November 2017 zunächst recht, das Oberlandesgericht Hamm wies die Löschungsklage Anfang 2019 ab: Krombacher verwende das Wort seit den 1960er Jahren im Werbespruch.
Auch Warsteiner nennt seine Brunnen und Quellen beim Namen, etwa Kaiserquelle, Hubertusquelle oder Paradies. Ob das Wasser aber noch den Stil macht, ist fraglich: Heute bereiten fast alle Brauereien ihr Wasser auf, mit Enthärtung oder Salzzugabe.