
Pils und Rotbier
Bierstile
Was ist ein norddeutsches Pils? Es ist ein helles, untergäriges Bier mit klarer Bittere, das in Schleswig-Holstein der Alltagsstil ist. Der Name geht auf Pilsen in Böhmen zurück, wo 1842 der erste Sud eines hellen Lagerbiers gebraut wurde. In Deutschland ist „Pils“ ein Gattungsname und keine geschützte Herkunft.
Im Norden gilt das Pils als trockener und herber als das bayerische Helles. Flensburger Pilsener und das Dithmarscher Pilsener sind Beispiele aus der Region. Beide sind goldgelb, blank und tragen eine feste weiße Schaumkrone. Der Alkoholgehalt liegt bei einem Pils meist zwischen 4,4 und 5,2 Prozent vol, Stammwürze und Bittere zeigt der Steckbrief unten.
Der wichtigste Nachbarstil ist das Helle. Es ist maltziger und weniger bitter, in Bayern Alltag, im Norden die Ausnahme. Wer beide nebeneinander probiert, merkt den Unterschied an der Bittere im Abgang. Das Helle schließt weich und leicht süßlich ab, das Pils trocken und herb. Ein dunkleres Bier wie das Schwarzbier gehört dagegen nicht zur Küste, sondern nach Thüringen und Sachsen.
Das historische Lübecker Rotbier ist als Stil nicht erhalten, und es gibt dazu keine Norm, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. Als Wissen bleibt: Es war rötlich, kräftig und für den Export gedacht.
Als Leitstil lässt sich also nur das Pils beschreiben. Seine Werte stammen aus der Stilnorm, nicht aus einer einzelnen Marke. Einzelne Biere liegen bei Stammwürze, Alkohol und Bittere oft ein Stück daneben, die Werte auf dem Etikett gelten.
Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–12,4 °P
- Alkohol
- 4,4–5,2 % vol
- Bittere
- 22–40 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Hell, blank, feste weiße Krone, trockene Bittere im Abgang.