
Festzelt und Brotzeit
Essen & Bierkultur
Welche Gerichte gehören in Straubing zum Bier? Vor allem das, was in einem niederbayerischen Festzelt auf den Tisch kommt: Brathendl, Schweinsbraten mit Knödel, Steckerlfisch, Brezn mit Obatzda und Radi. Alles ist deftig, fett und salzig, und das Festbier mit seinem weichen Malz und wenig Bittere hält dagegen.
Das Gäubodenvolksfest ist die Mitte der Bierkultur. Es findet im August statt und dauert gut anderthalb Wochen. Nach Angaben der Veranstalter stehen sieben Festzelte auf dem Platz, in denen fünf heimische Brauereien ausschenken, darunter Karmeliten, Röhrl, die Schlossbrauerei Irlbach und Arcobräu. Gut 1,4 Millionen Besucher kamen 2019, die meisten aus der Gegend.
Ein Teil des Festes ist bis heute landwirtschaftlich. Es erinnert an die Gründung von 1812, als Bauern und Händler zusammenkamen. Seit 1922 laufen im August Pferderennen, so lange gibt es den Termin.
Außerhalb des Festes gibt es die Brauereigaststätten, die Biergärten und die Keller. Dort trinkt man Helles zur Brotzeit, und das Weißbier gehört ebenfalls zur Brotzeit. Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, merkt schnell: Es geht hier ums Sitzen, Reden und Warten bis zur nächsten Runde.
Trinkgrößen sind klar geregelt: Die Maß ist ein Liter, die Halbe ein halber. Das Bier ist ein Lebensmittel, aber auch ein Getränk, das man bewusst genießt, nicht schnell hinunterstürzt. Im Zelt ist es üblich, dass man zum Essen sitzen bleibt, anstoßen darf und nach der Mahlzeit eine Weile weiterredet. Das Bier wird dabei nicht weniger, aber es schmeckt langsamer getrunken besser.