
Kloster, Keller, Volksfest
Region & Geschichte
Wie alt ist das Bier in Straubing? Die Karmeliten Brauerei beruft sich auf das Jahr 1367. Nach ihrer Darstellung wurde die Brauerei 1374 an das Karmelitenkloster verkauft, das seit 1368 in der Stadt stand, und war damit eine Klosterbrauerei. Gebraut wurde also lange, bevor ein Herzog in Ingolstadt 1516 sein Gebot erließ.
Ruhig blieb es nicht. 1769 verbot man den Karmeliten, ihr Bier zu verkaufen, weil private Brauer Druck gemacht hatten. 1848 konnte das Kloster Brauerei und Malzmühle vom Staat zurückkaufen. 1879 ging der Betrieb an Karl Sturm, und seither bleibt er in Familienhand.
Die zweite große Adresse ist die Brauerei Röhrl. Sie führt ihre Wurzeln auf eine Brauereigaststätte von 1431 zurück, die Mönche aus dem Kloster Metten errichtet haben sollen. Als Firma gründete Josef Röhrl sie 1881. Ab 1929 zog der Betrieb zum Sommerkeller an der Heerstraße um, wo tiefe Lagerkeller liegen. 2008 kaufte die Familie Sillner, der die Labertaler Heil- und Mineralquellen gehören, die Brauerei.
Das Gäubodenvolksfest begann 1812 als landwirtschaftliches Fest, angeordnet von König Maximilian I. Joseph für den Unterdonaukreis. Seit 1898 findet es nur noch in Straubing statt, damals kamen rund 25.000 Gäste in eine Stadt mit etwa 17.000 Einwohnern. Heute sind es nach Veranstalterangaben über eine Million.
Eine eigene Herkunftsbezeichnung für Straubinger Bier gibt es nicht. Im EU-Register steht für den ganzen Freistaat „Bayerisches Bier“ (g.g.A., seit 2001). Wer hier einen Krug bestellt, bekommt vor allem Bier aus Straubing selbst und aus Brauereien der Nachbarschaft wie Irlbach und Arcobräu.