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Region & Geschichte in der Region Tettnang & Bodensee

Versuch mit Folgen

Region & Geschichte

Seit wann wächst Hopfen bei Tettnang? Seit 1844. Damals legten sieben Bürger der Stadt unter Führung von Dr. Fidelis von Lentz einen Mustergarten an, gerade drei Hektar groß. Zum Vergleich: Der Weinbau der Gegend umfasste zu dieser Zeit rund 300 Hektar.

Der Versuch ging auf. 1854 standen schon 91 Hektar Hopfen im Land, 1874 rund 400 und 1884 etwa 650. Aus dem Gartenversuch wurde eine Landwirtschaft, die bis heute das Bild der Hügel nördlich des Sees bestimmt.

Spannend ist die Entwicklung danach. 1959 zählte man in Tettnang 785 Hektar, verteilt auf die Rekordzahl von 1.382 Betrieben, im Schnitt also kleine Gärten. Dann kam die Mechanisierung der 1950er- bis 1970er-Jahre: Maschinen ersetzten das Pflücken von Hand, Höfe gaben auf, die übrigen wuchsen. Die größte Fläche erreichte das Gebiet 1997 mit 1.659 Hektar. Heute sind es gut 1.300 Hektar und rund 130 Betriebe.

Tettnanger Hopfen ist seit 2010 eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.) der EU. Der Schutz gilt für Hopfen aller Sorten, die in der Region Tettnang wachsen, also auch für Herkules, und nicht allein für die Sorte Tettnanger. Das Bier aus diesem Hopfen ist dagegen nicht geschützt: Im EU-Register stehen Biere wie Kölsch oder Bayerisches Bier, aber kein Tettnanger Bier.

Die Brauereien der Gegend sind wenige geworden. Im Hopfengebiet gab es einst 26, drei davon bestehen noch, sagt die Tettnanger Krone. Sie braut nach eigenen Angaben seit 1847 in Familie Tauscher, inzwischen in siebter Generation. Das frühere Hopfenmuseum, laut Betreiber das erste seiner Art in Deutschland, ist heute Teil des Hopfenguts No20, und ein rund vier Kilometer langer Hopfenpfad verbindet es mit der Brauerei.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenMalz und Hopfen im Überblick
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