
Hofbrauerei im Weinland
Region & Geschichte
Wer in Würzburg nach Bier fragt, steht zuerst vor einer Weinstadt. Über dem Main thront die Feste Marienberg zwischen Weinbergen, und im Bürgerspital lagern Frankenweine in großen Kellern. Das Spital wurde 1316 gestiftet und gilt als eines der ältesten Weingüter des Landes. Dass hier seit Jahrhunderten auch Bier gebraut wird, wirkt wie ein Widerspruch.
Die Würzburger Hofbräu geht auf das Jahr 1643 zurück. Gegründet hat sie Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn, mitten im Dreißigjährigen Krieg. Nach Darstellung der Brauerei gab es in der Stadt zuvor kein gutes Bier, deshalb bekam das städtische Brauhaus eine bessere Einrichtung. Die Krone des Fürstbischofs sitzt bis heute im Brauerstern des Logos.
Seit 1882 steht die Brauerei am Fuß der Feste Marienberg. 2005 wurde sie von der Kulmbacher Brauerei übernommen, und sie ist heute die einzige große Braustätte im Stadtgebiet. Älter als die Hofbräu ist das Klosterbrauen: Für die Klosterbrauerei Münnerstadt ist das Jahr 1381 belegt.
Ein eigenes Kapitel schrieb Kitzingen am Main. Aus dem städtischen Brauhaus gingen 1807 zwei große Betriebe hervor, die Brauerei Kleinschroth und die Brauerei von Thomas Ehemann. Ehemann soll ein Verfahren gefunden haben, das Bier lange haltbar machte, und lieferte ab 1820 über weite Strecken. Im Braujahr 1842/43 führte Kitzingen Bayern bei der Bierausfuhr an, mit knapp 11.000 Hektolitern.
Um 1900 zählte die Stadt noch acht Brauereien, heute sind es keine großen mehr. Mainfranken Bier ist seit dem 18. Juli 1998 als geschützte geografische Angabe der EU eingetragen. Das bedeutet: Nur Bier, das die Spezifikation einhält, darf den Namen tragen, ob hell oder dunkel, und mit einem bis sieben Prozent Alkohol.