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Region & Geschichte in der Region Oberpfälzer Zoigl

Kommunbrauwesen

Region & Geschichte

Was ist Zoigl? In der nördlichen Oberpfalz meint das Wort ein untergäriges, unfiltriertes Bier, das nicht in einer Fabrik, sondern im Kommunbrauhaus des Ortes gebraut wird. Fünf Orte halten diese Art zu brauen bis heute am Leben: Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach.

Der Name kommt vom Zeiger. Wer sein Bier ausschenkt, steckt den Zoiglstern an einen Mast vor das Haus, einen sechszackigen Stern aus zwei ineinandergelegten Dreiecken. Ist das Fass leer, wandert der Stern weiter zum nächsten Brauberechtigten, den man hier Rechtler nennt.

Das Kommunbrauwesen ist eine mittelalterliche Idee. Die Gemeinde besitzt das Brauhaus, und alle Bürger mit Braurecht dürfen es der Reihe nach benutzen. Das kam deutlich billiger, als wenn jeder eine eigene Brauanlage hätte bauen müssen. Die frühesten Belege für die Zoiglkultur in der Oberpfalz führen nach Neuhaus und ins Jahr 1415.

Gemeindebrauhäuser gab es einst auch anderswo in Bayern. In der Nordoberpfalz haben sich fünf davon gehalten, und in ihnen brauen die Rechtler weiter selbst, Sud für Sud und abwechselnd, statt das Feld einer Großbrauerei zu überlassen.

Dass es fünf Orte sind und nicht einer, erklärt, warum man kaum von „dem“ Zoigl sprechen kann. Er ist ein Gemeinschaftsprodukt mehrerer Dörfer, jedes mit eigenem Brauhaus und eigener Reihenfolge der Rechtler. Brauereien im üblichen Sinn, mit Firmennamen, Flaschenabfüllung und Vertrieb, sind das nicht.

Seit 2018 steht die „Oberpfälzer Zoiglkultur“ im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission. Einen EU-Herkunftsschutz wie bei manchen anderen Bieren gibt es für Zoigl nicht, er steht nicht im EU-Register. Seine Bindung an den Ort liegt in der Brauweise und im Kalender, nicht in einem Siegel.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenLager und Ale im Vergleich
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