
Straßburg und Hochfelden
Region & Geschichte
Seit wann wird im Elsass Bier gebraut? Die älteste Spur führt nach Hochfelden. Für das Jahr 870 ist dort, im damaligen Hochhuzen, eine Klosterbrauerei der Abtei Weißenburg belegt.
In Straßburg wurde das Brauen im Jahr 1268 zu einem offiziellen Gewerbe. Die Brauer arbeiteten mitten in der Stadt, dicht am Wasser der Ill. 1746 gründete Jean Hatt an der Rue des Veaux die Brauerei Espérance, eine der frühen Straßburger Familienbrauereien.
Aus Hochfelden stammt eine zweite Linie. 1640 gründete Jean Klein dort die Brasserie de la Couronne, an der Stelle, an der heute die Brasserie Meteor steht. 1844 kaufte der Straßburger Brauer Martin Metzger den Betrieb. Seine Tochter Marie-Louise heiratete 1898 Louis Haag, dessen Familie seit 1795 im nahen Ingwiller braute. Seit 1925 heißt die Brauerei Meteor, und die Familie Haag führt sie bis heute, inzwischen in siebter Generation.
Kronenbourg beruft sich auf das Jahr 1664. Damals braute Geronimus Hatt, Meister seit 1649, am Straßburger Place du Corbeau. Wegen der Hochwasser der Ill zog die Brauerei 1850 auf höheres Gelände im Stadtteil Cronenbourg, und von dort stammt der Name. Im 19. Jahrhundert verließen viele Brauer die enge Altstadt und siedelten sich in den Vororten an, vor allem in Schiltigheim.
1922 nannte sich die Brauerei Hatt nach Tigre Bock um, der bekanntesten Marke einer zugekauften Brauerei. Seit 2008 gehört Kronenbourg zum dänischen Carlsberg-Konzern, einen Standort hat die Marke in Obernai. Nach Angaben des Tourismusbüros von Obernai erzeugen fünf Betriebe, Fischer, Heineken, Karlsbrau, Kronenbourg und Meteor, mehr als die Hälfte des französischen Biers. Einen EU-Herkunftsschutz für ein elsässisches Bier gibt es nicht.