
Kreide unter Lehm
Wasser & Boden
Unter Norfolk und Suffolk liegt Kreide, ein weicher Kalkstein aus den Schalen urzeitlicher Meerestiere. Darüber hat das Eis der Kaltzeiten eine Decke aus Geschiebelehm geschoben, ein Gemisch aus Ton, Sand und Steinen. Das Land sieht flach aus, doch unter den Feldern hält die Kreide Wasser wie ein Schwamm.
Dieses Grundwasser ist kalkreich und damit hart, so beschreibt es der Geologische Dienst Großbritanniens. Härte kommt vom gelösten Kalk, der sich im Wasserkocher als Belag absetzt. Auch Brauereien holen noch heute Wasser aus der Kreide, vor allem im Landesinneren.
Was macht kalkreiches Wasser mit dem Bier? Es bringt viel Karbonat mit, und das dämpft die Bittere und macht den Geschmack breit. Brauer in Ostanglien gleichen das aus. Wie fast überall in der Branche bereiten sie ihr Wasser auf, entziehen ihm Karbonat oder geben gezielt Salze zu.
An der Küste ist das Bild anders. Southwold liegt an der Sole Bay, einer Bucht der Nordsee, nach der Adnams die Sole Bay Brewery benannte. In der Bucht schlug im Jahr 1672 eine Seeschlacht zwischen der englischen und der niederländischen Flotte. Ein Grade-II-Leuchtturm steht nur wenige Schritte von der Brauerei entfernt.
Im Landesinneren fließen die Flüsse der Norfolk Broads, flache Wasserstraßen mit Schilf und Weiden. Die Wherries, Segelfrachter mit schwarzen Segeln, gaben Woodforde's Wherry den Namen. Die Gegend ist zudem eine der trockensten Englands, was für den Gerstenanbau von Vorteil ist.