
Pacht & Porter
Region & Geschichte
Am 31. Dezember 1759 unterschrieb Arthur Guinness in Dublin einen Pachtvertrag, der bis heute in jedem Reiseführer steht. Er übernahm am St James's Gate eine stillgelegte Brauerei, vier Acres groß, mit Mühle, zwei Mälzereien und Stallung für zwölf Pferde. Laufzeit: 9.000 Jahre. Pacht: 45 Pfund im Jahr.
Die Zahl ist belegt, aber sie ist längst nur noch Geschichte. Guinness hat das Gelände inzwischen gekauft, der Vertrag ist damit gegenstandslos. Als Bild für Beständigkeit hat er trotzdem überlebt, und die Brauerei wirbt gern damit.
Zuerst braute Arthur Guinness noch Ale. Dann stellte er auf Porter um, das dunkle Bier, das in den 1720er Jahren in London aufgekommen war. Wer es erfunden hat, ist unbekannt. Gerade das macht die Frage nach dem ersten irischen Porter so müßig: Der Stil kam aus England und wurde in Dublin zur Spezialität.
Auch das Wort Stout hat keine irische Herkunft. Es bedeutete schlicht „stark“. Ein „Stout Porter“ war ein kräftigerer Porter, und irgendwann blieb nur der erste Teil übrig. Irland hat den Stil also nicht erfunden, aber so berühmt gemacht, dass viele ihn für irisch halten.
Das Brauhaus wuchs rasant. Es gilt seit 1838 als größte Brauerei Irlands, und nach verbreiteter Darstellung war es 1886 mit 1,2 Millionen Fass im Jahr sogar die größte der Welt. Heute gehört Guinness zum Getränkekonzern Diageo, und das Brauhaus am St James's Gate steht mitten in Dublin, nur wenige Straßen vom Liffey entfernt.
Einen Herkunftsschutz gibt es nicht. „Stout“ und „Porter“ sind Stilnamen, die jeder Brauer verwenden darf. Was Dublin ausmacht, ist deshalb keine Vorschrift, sondern ein einzelnes Brauhaus, das einen ganzen Stil geprägt hat.