
Abtei und Brauerei
Region & Geschichte
Woher kommt Irish Red Ale? Nach verbreiteter Darstellung aus Kilkenny, wo Franziskaner im Mittelalter am Rand der Altstadt Bier brauten. Als die Abtei 1537 aufgelöst wurde, blieb das Gelände zurück, und 1710 stand dort die Brauerei von John Smithwick. Heute läuft man die Medieval Mile entlang, die Straße vom Schloss zur Kathedrale, und kommt direkt an dem Ort vorbei.
Smithwick war Katholik, und nach den damaligen Strafgesetzen durfte er kein Land besitzen. Dass das Grundstück ihm gehörte, blieb deshalb zunächst im Verborgenen. Die St. Francis Abbey Brewery wuchs trotzdem und blieb bis 1965 in der Hand der Familie Smithwick. Dann übernahm Guinness sie, und die Marke gehört seither zum Konzern, der heute Diageo heißt.
1987 brachte Guinness eine Ausfuhrmarke von Smithwick's auf den Markt, die Kilkenny hieß. Der Name war im Ausland leichter auszusprechen, und das Bier sollte vor allem in Europa und Kanada verkauft werden. Es entwickelte sich später zu einer eigenen Sorte mit rötlicherer Farbe, mehr Bittere und mehr Schaum.
Am 31. Dezember 2013 endete die Produktion in Kilkenny. Seitdem wird Smithwick's im Brauhaus St. James's Gate in Dublin gebraut. Die Brauerei in Kilkenny galt zuletzt als die älteste noch arbeitende Brauerei Irlands, das Gelände ging an den Stadtrat von Kilkenny. Einen Teil davon nutzte zeitweise das Besucherzentrum Smithwick's Experience.
Einen EU-Herkunftsschutz gibt es für Irish Red Ale nicht. Der Name beschreibt einen Stil, keine Herkunft. Wer im Südosten heute nach neuen Brauereien sucht, findet sie in den Nachbargrafschaften, etwa die Carlow Brewing Company in Bagenalstown, die 1996 gegründet wurde und nach eigenen Angaben zu den Pionieren der irischen Craft-Brauer zählt.