
Talon bis Sapporo
Region & Geschichte
Die erste Brauerei Kanadas entstand in Québec. 1668 ließ Intendant Jean Talon in der Hauptstadt Neufrankreichs die Brasserie du Roy einrichten, eine königliche Brauerei, die die Kolonie unabhängiger von Einfuhren aus Frankreich machen sollte. Brauen gehörte in Québec also von Anfang an zum Aufbau des Landes.
Die Geschichte der großen Namen beginnt 1786. Damals wurde der Engländer John Molson Alleininhaber einer Brauerei am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms in Montréal, an der heutigen Rue Notre-Dame. Molson gilt als älteste Brauerei Kanadas. Das Saatgut für seine Gerste verteilte er nach der Überlieferung an Bauern der Umgebung, damit er verlässlich Rohstoff bekam.
2005 fusionierte Molson mit dem US-Unternehmen Coors zu Molson Coors, einem der großen Brauereikonzerne der Welt. Die Brauerei in Montréal selbst schloss 2021, nach mehr als 200 Jahren. Der Name Molson steht in der Stadt dennoch weiter für das Bierleben des 19. und 20. Jahrhunderts.
Eine zweite Linie begann 1993. In Chambly, südöstlich von Montréal am Fluss Richelieu, entstand durch einen Zusammenschluss die Brauerei Unibroue, die sich an belgischen Bieren orientierte. 2004 kaufte sie Sleeman, und als Sapporo 2006 Sleeman übernahm, ging Unibroue mit an den japanischen Konzern.
Die dritte Linie sind die Microbrasseries, kleine unabhängige Brauereien. Dieu du Ciel! eröffnete 1998 als Brewpub an der Avenue Laurier in Montréal. 2002 zählte man in Québec 33 solcher Betriebe, nach heutigen Branchenangaben sind es knapp 290. Einen eigenen Herkunftsschutz für Bier gibt es nicht, im EU-Register für Bierherkünfte steht kein kanadisches Bier.