
Staat und Carlsberg
Region & Geschichte
Wer wissen will, woher das Bier in Laos kommt, landet in Vientiane, der Hauptstadt am Mekong. Dort wurde 1971 die Lao Brewery Company als Gemeinschaftsunternehmen französischer und laotischer Geschäftsleute gegründet. Die Produktion lief 1973 an, mit einer Kapazität von drei Millionen Litern im Jahr.
Der Betrieb hieß damals Brasseries et Glacières du Laos, kurz BGL. Er füllte ein Bier namens Bière Larue für den Inlandsmarkt und ein Exportbier unter der Marke „33“ für die Nachbarländer Indochinas. Das Bierbrauen kam also mit französischem Kapital ins Land, wenige Jahre vor dem politischen Umbruch.
1975 wurde in Laos die Demokratische Volksrepublik ausgerufen, und die Brauerei ging in Staatsbesitz über. Sie verkaufte ihr Bier zunächst als Bière Lao, Anfang 1995 wurde daraus Beerlao. Die meisten Laoten sagen schlicht „bia“, das laotische Wort für Bier.
Nach mehreren Wechseln in der Eigentümerstruktur ist die Gesellschaft seit 2005 ein Gemeinschaftsunternehmen der laotischen Regierung und des dänischen Konzerns Carlsberg, mit je 50 Prozent der Anteile. Die Zentrale sitzt weiterhin in Vientiane. Neben Beerlao füllt die Firma auch Limonade und Trinkwasser ab.
Wie viele Brauereien es in Laos gibt, hängt davon ab, wen man zählt. Eine überragt alle: Für das Jahr 2008 wird ein Marktanteil der Lao Brewery von 99 Prozent genannt. Einen europäischen Herkunftsschutz gibt es für laotisches Bier nicht, in der EU-Liste geschützter Biernamen steht kein Eintrag aus Laos. Beerlao ist eine Marke, kein geschützter Ortsname.