
Mekong und Monsun
Wasser & Boden
Vientiane liegt auf einer flachen Uferebene am linken Ufer des Mekong. Auf der anderen Flussseite beginnt Thailand, der Strom bildet hier die Grenze. Die Stadt hat keine Berge und keine Felsenkeller, und damit fehlt, worauf Brauorte in Bayern oder Böhmen bauen.
Das Klima ist tropisch und vom Monsun geprägt. Von Mai bis Oktober fällt der meiste Regen, danach folgt eine trockene Zeit, in der es an heißen Tagen deutlich über 30 Grad warm wird. Für ein Bier, das kalt getrunken werden soll, ist das der härteste Teil der Aufgabe.
Wie wichtig Wasser für Bier ist, zeigt die Rechnung: Ein Bier besteht zu rund neun Zehnteln daraus. Die Härte, also der gelöste Kalk im Wasser, bestimmt, wie rund oder herb ein helles Bier wirkt. Brauwasser wird deshalb überall aufbereitet, bis es klar, geruchlos und gleichmäßig ist, egal ob es aus dem Fluss oder aus dem Brunnen stammt.
Der Boden spielt bei Beerlao eine kleinere Rolle als anderswo, weil Gerste und Hopfen von außerhalb kommen. Wichtiger ist die Kälte. Schon der alte Firmenname Brasseries et Glacières du Laos nennt neben der Brauerei die „glacières“, die Eisfabriken. Wer in den Tropen Lager brauen will, braucht Kühlung wie andere Orte ihre Quellen.
Die Brauerei liegt südöstlich der Hauptstadt. Mit dem Fluss verbindet sie, dass der Mekong den Rhythmus des Landes vorgibt, vom Reisanbau bis zum Neujahrsfest Pi Mai Lao Mitte April, bei dem man sich gegenseitig mit Wasser begießt.