
Eis und Bier
Region & Geschichte
Monterrey liegt im Nordosten Mexikos, ist die Hauptstadt des Bundesstaats Nuevo León und wird von den Felsen der Sierra Madre Oriental eingerahmt. Der Cerro de la Silla, ein Berg in Form eines Sattels, gehört zu jedem Stadtbild. Als Bierstadt kennt man Monterrey vor allem wegen eines einzigen Unternehmens.
Wann wurde die Cervecería Cuauhtémoc gegründet? Im November 1890 nahm in Monterrey die Fábrica de Hielo y Cerveza Cuauhtémoc die Arbeit auf, eine Eis- und Bierfabrik. Mexikanisches Kapital stand dahinter: Isaac Garza und José Calderón gründeten sie, unterstützt von José A. Muguerza, Joseph M. Schnaider und Francisco Sada Gómez. Der Name erinnert an Cuauhtémoc, den letzten Herrscher der Azteken.
Das Eis kam zuerst. In einer Stadt, in der Sommertage über 35 Grad Celsius keine Seltenheit sind, war Kälte eine begehrte Ware, und sie machte ein gleichmäßiges Lagerbier erst möglich. Die erste Marke hieß Carta Blanca. Weil die Brauerei Flaschen brauchte, entstand in ihrem Umfeld bald eine Glasfabrik, und aus dem Kreis der Gründerfamilien wuchs ein Industrieverbund, der später als FEMSA bekannt wurde.
1985 stießen die Marken der Cervecería Moctezuma aus Orizaba im Bundesstaat Veracruz dazu: Dos Equis, Superior, Sol und Noche Buena. Seitdem stehen sie neben Carta Blanca, Tecate, Bohemia und Indio im selben Haus.
Im Januar 2010 wechselte das Brauereigeschäft von FEMSA zu Heineken, FEMSA erhielt im Gegenzug einen Anteil von 20 Prozent am niederländischen Konzern. Heute arbeitet Cuauhtémoc Moctezuma als Teil von Heineken México, die alten Namen blieben auf den Etiketten.
Einen Herkunftsschutz wie beim Kölsch gibt es für Bier aus Monterrey nicht. Die Marken tragen den Ruf der Stadt, ein Siegel trägt ihn nicht.