
Trockene Stadt
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Bier in Monterrey? Die Stadt liegt in einer halbtrockenen Zone. Der Río Santa Catarina, der durch das Stadtgebiet verläuft, führt meist wenig Wasser und schwillt nur nach schweren Regenfällen an. Die Versorgung hängt deshalb an Stauseen im Umland, etwa an der Presa El Cuchillo.
Die Sierra Madre Oriental besteht zu großen Teilen aus Kalkgestein. Kalk löst sich im Regenwasser, und solches Wasser ist tendenziell hart, also reich an gelösten Mineralien. Für ein helles Lager wäre das eher ungünstig, denn die weichen Wässer von Pilsen gelten als Voraussetzung für das helle, hopfenbetonte Pils.
Trotzdem muss sich kein Brauer daran aufhalten. Große Brauereien bereiten ihr Wasser auf: Sie enthärten es, filtern Mineralien heraus und geben gezielt Salze zu. Dass das Wasser den Stil macht, galt für Pilsen oder Burton im 19. Jahrhundert. In Monterrey ist es eine Frage der Technik.
Natürliche Keller, die ein Fass das ganze Jahr kühl halten, helfen bei dieser Hitze wenig. Die Brauerei begann deshalb als Eisfabrik. Kälte kommt hier aus Maschinen, und sie bestimmt das Bier mehr als jede Quelle.
Im ganzen Bundesstaat Nuevo León ist Wasser ein knappes Gut. Wie knapp es werden kann, zeigten Dürrejahre wie 2022, als die Stauseen der Region sehr niedrig standen. Das andere Extrem brachte Anfang Juli 2010 der Hurrikan Alex, der den sonst fast trockenen Fluss in einen reißenden Strom verwandelte. Wasser ist in Monterrey nie selbstverständlich, und das prägt auch den Umgang der Industrie damit.