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Region & Geschichte in der Region Windhoek & Swakopmund

Kolonie, Brauerei, Konzern

Region & Geschichte

Die Namibia Breweries in Windhoek beruft sich auf das Jahr 1920. Damals kauften die Deutsch-Namibier Carl List und Hermann Ohlthaver vier kleine, finanziell angeschlagene Brauereien und führten sie als South West Breweries zusammen. Heute heißt das Unternehmen Namibia Breweries Limited, und sein bekanntestes Bier trägt den Namen der Hauptstadt.

Dass hier überhaupt gebraut wurde, hat mit der Kolonialzeit zu tun. Von 1884 bis 1915 war das heutige Namibia als Deutsch-Südwestafrika eine deutsche Kolonie. Windhoek wuchs um die 1890 gebaute Alte Feste, ein Fort der Schutztruppe, Swakopmund entstand 1892 als Hafen. Mit den Siedlern kamen ab 1904 die ersten kleinen Brauereien.

Im selben Jahr begann der Völkermord. Zwischen 1904 und 1908 ließen deutsche Truppen unter Generalleutnant Lothar von Trotha Herero und Nama verfolgen, in die Wüste Omaheke treiben, in Lagern internieren und durch Zwangsarbeit sterben. Nach Schätzungen von Historikern starben etwa 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama. Ihr Land und ihr Vieh wurden enteignet. Auf diesem Boden entstand die Siedlerwirtschaft, zu der auch die frühen Brauereien gehörten.

2021 erkannte die Bundesregierung in einer Gemeinsamen Erklärung mit Namibia den Völkermord an und bat um Entschuldigung. Vorgesehen sind Hilfen für Wiederaufbau und Versöhnung über 30 Jahre. Die Erklärung bleibt umstritten, weil Vertreter von Herero und Nama kritisieren, nicht am Verhandlungstisch gesessen zu haben.

Nach 1915 verwaltete Südafrika das Gebiet, am 21. März 1990 wurde Namibia unabhängig. 1967 hatte South West Breweries die Hansa Brauerei in Swakopmund übernommen, die im Oktober 2005 schloss. Seit dem Abschluss am 26. April 2023 gehört Namibia Breweries zu Heineken Beverages, die Mehrheit liegt bei Heineken. Einen Herkunftsschutz wie für Bayerisches Bier gibt es für Namibias Bier nicht.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenLager und Ale im Vergleich
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