
Hochland und Nebelküste
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Bier in einem der trockensten Länder südlich der Sahara? Namibia erhält nur wenig Regen, und Flüsse führen meist nur nach Gewittern Wasser. Windhoek liegt auf mehr als 1.600 Metern Höhe im Khomas-Hochland, die Stadt lebt von Stauseen, Bohrlöchern und sparsamem Umgang.
Bekannt ist Windhoek für eine Besonderheit: Seit 1968 reinigt die Stadt Abwasser so weit auf, dass es wieder ins Trinkwassernetz gelangen kann. Das zeigt, wie knapp Wasser hier ist. Für Brauer heißt das, jeden Liter einzuplanen, vom Maischen bis zum Spülen der Tanks. Auch bei Namibia Breweries zählt deshalb, wie sparsam Wasser eingesetzt und wiederverwendet wird.
Was Wasser mit Bier macht, hängt vor allem von seinen gelösten Salzen ab. Weiches Wasser wirkt auf den Hopfen mild, hartes Wasser mit viel Karbonat macht die Bittere herber und kann helle Biere breit schmecken lassen. Diese Rolle spielen die Brauer überall, auch in Windhoek, wo sie das Wasser vor dem Brauen aufbereiten können.
Ein ganz anderes Bild bietet die Küste. In Swakopmund trifft die Wüste Namib auf den kalten Benguelastrom des Atlantiks. Morgens liegt oft Nebel über der Stadt, die Luft bleibt kühl, und es regnet fast nie. Dieses Klima machte es den früheren Swakopmunder Brauern etwas leichter, Bier kühl zu halten, auch wenn im Inland die Sommer heiß werden.
Natürliche Felsenkeller wie in Franken gibt es hier nicht. Lagerbier reift deshalb in gekühlten Edelstahltanks, und Kälte ist die eigentliche Voraussetzung für ein sauberes Lager.