
Warm, trüb, schnell
Hefe & Gärung
Aus dem Hopfen wird erst im Gärtank ein Bier. Die Biere der Region sind zum großen Teil obergärig, die Hefe arbeitet also warm, bei etwa 18 bis 20 Grad, und steigt an die Oberfläche. Solche Hefen erzeugen Fruchtester, flüchtige Aromastoffe, die an Birne oder Pfirsich erinnern und sich mit dem Hopfen verbinden.
Daneben steht die Lagertradition. Mac's Gold war ein goldenes Lager, also ein untergäriges Bier, das kälter und langsamer vergärt und klarer schmeckt. Unter den Craft-Brauern der Gegend finden sich Pilsner und Lager, die mit Nelson-Hopfen gebraut werden und auf diese Weise zeigen, dass Hopfenaroma nicht an Ale gebunden ist.
Hazy-IPAs, die trüben Biere, brauchen noch eine zweite Stufe. Der Hopfen wird ein zweites Mal in den Tank gegeben, nachdem die Hauptgärung abklingt. Dieses Kalthopfen bringt Fruchtöl ins Bier, ohne Bittere beizusteuern. Dabei wirken Hefe und Hopfenöle zusammen, und es entsteht eine Frucht, die man kaum noch einer der beiden Zutaten zuordnen kann. Gerade bei Nelson Sauvin und Motueka ist dieses Zusammenspiel gewollt, weil ihr Aroma sonst im Gärtank verloren ginge.
Die Reifung ist kurz. Ein Pale Ale ist oft in wenigen Wochen trinkbar, ein Lager braucht etwas länger. Gelagert wird in Edelstahltanks, nicht in Holzfässern, weil der Hopfen ungestört zu hören sein soll. Je frischer das Bier getrunken wird, desto lebendiger schmeckt es, denn Hopfenaromen verfliegen mit der Zeit. Ein Stück Tasman Bay im Kopf hilft beim Vergleich: Wie das Meer am Morgen klar und kühl wirkt, soll auch das Bier aus dem Tank wirken.