
Sperrstunde und Szene
Region & Geschichte
Die Six o'clock swill prägte das Trinken in Wellington, wie im ganzen Land, von Dezember 1917 bis Oktober 1967. Pubs in Neuseeland mussten um 18 Uhr schließen, anfangs als Maßnahme im Ersten Weltkrieg.
Die Regel war ein Kompromiss. Die Abstinenzbewegung verlangte ein völliges Alkoholverbot, die Regierung wollte die Brauwirtschaft nicht abschaffen. Wer um fünf Uhr Feierabend hatte, blieb eine Stunde zum Trinken. So kam der Name „swill“ auf, wörtlich ein Schwall: Männer drängten sich an den Tresen und leerten ihre Gläser, bevor die Türen zugingen.
Bei einer Volksabstimmung im September 1967 sprachen sich fast 64 Prozent der Wähler für spätere Schankzeiten aus. Am 9. Oktober 1967 rückte die Sperrstunde auf 22 Uhr.
Die neue Szene entstand klein. Die Bar Hashigo Zake an der Taranaki Street schenkt seit 2009 unabhängiges Bier aus. 2011 gründeten die Brüder Ian und Pete Gillespie mit Jos Ruffell die Garage Project im Aro Valley, in einer verfallenen Autogarage, bei Ansätzen von 50 Litern.
Die großen Häuser blieben nicht außen vor. DB Breweries, das zu Heineken gehört, kaufte die Marke Tuatara am 31. Januar 2017. Tuatara kündigte später den Umzug von Paraparaumu an der Kapiti-Küste nach Brewtown in Upper Hutt an.
Einen EU-Herkunftsschutz für Bier gibt es für keine neuseeländische Region, und Wellington braucht ihn nicht: Der Ruf als Craft Beer Capital ist eine Selbstbezeichnung der Stadt, kein Rechtsbegriff.