
Weich und kühl
Wasser & Boden
Das Leitungswasser in Wellington ist sehr weich und enthält wenig Mineralien. Weich heißt, dass kaum gelöster Kalk und Gips darin stecken, das Wasser also fast neutral schmeckt.
Die Stadt bezieht es aus drei Quellen. Rund die Hälfte kommt aus dem Einzugsgebiet des Hutt River, gefasst am Wehr bei Kaitoke. Etwa 15 Prozent liefern die Flüsse Wainuiomata und Orongorongo. Dazu kommt Grundwasser aus dem Waiwhetu-Aquifer im Hutt-Tal.
Für Brauer ist das ein Vorteil, weil sie bei null anfangen. Sie können dem weichen Wasser Salze zusetzen und es auf den Stil zuschneiden. Mehr Sulfat betont die Bittere und lässt das Bier trockener wirken, mehr Chlorid macht es runder und voller. Ein Hazy IPA verlangt ein anderes Wasserprofil als ein klares, schlankes Lager.
Der Boden spielt für Wellington weniger Rolle als das Wetter. Die Stadt liegt an der Cookstraße, und die Winde sind berühmt. Kühle Luft und milde Winter machen die Kühlung leichter, Keller im Berg gibt es nicht. Gelagert wird in Edelstahltanks, oft nur wenige Meter vom Zapfhahn entfernt.
Viele Taprooms der Stadt stehen in umgebauten Werkstätten und Lagerhallen. Das Bier muss nicht weit reisen, und das spürt man frisch im Glas.
Gleich hinter dem Stadtzentrum steigt das Gelände steil an, etwa im Aro Valley, wo die Garage Project ihre ersten Biere braute. Das Tal liegt zwischen bewaldeten Hängen, und die Flüsse, die das Wasser der Stadt liefern, entspringen in ähnlichen Hügeln. Brauort und Quelle liegen also dicht beieinander, was den Brauern die Planung erleichtert.