
Lagune & Hitze
Wasser & Boden
Wie beeinflusst das Klima von Lagos das Brauen? Die Stadt, eine der größten Afrikas, liegt flach am Atlantik zwischen Lagune und Meer. Es ist das ganze Jahr heiß und feucht, und genau das bestimmt den Alltag in der Brauerei.
Felsenkeller, wie sie in Franken oder Böhmen das Lagerbier kühl hielten, gibt es hier nicht. Gärung und Lagerung laufen in gekühlten Tanks, und die Kälte muss künstlich erzeugt werden. Ein Lagerbier in einem tropischen Land ist deshalb vor allem eine Frage der Kühltechnik.
Das Brauwasser selbst spielt für den Stil heute eine kleine Rolle. Große Brauereien bereiten ihr Wasser fast überall auf: Sie filtern es, entkeimen es und stellen den Mineralgehalt gezielt ein. Wichtig ist, dass es sauber ist und in jedem Sud gleich.
Bei den traditionellen Hirsebieren sieht das anders aus. Für Pito und Burukutu wird das gemahlene Getreide mit Wasser angerührt, setzt sich ab und wird gekocht. Hier kommt das Wasser aus dem Haushalt, und wie gut und wie lange das Getränk hält, hängt stark von der Sauberkeit bei der Herstellung ab.
Weil Wasser und Boden in der Region keinen Stil geformt haben, liegt die Besonderheit anderswo: im Getreide. Dazu mehr in der nächsten Station.
Eine Stadt dieser Größe bringt noch etwas anderes mit: viel Verbrauch auf engem Raum. Brauereien in Lagos müssen deshalb Wasser, Strom und Kälte zuverlässig bereithalten, und das gehört zu ihren größten Aufgaben. Wer ein Bier aus Iganmu oder Ikeja trinkt, trinkt ein Ergebnis dieser Technik und nicht des Bodens.