
Bayerisches Erbe
Region & Geschichte
Warum gibt es im Innviertel so viele Brauereien? Der Grund liegt in einer Grenze, die es heute nicht mehr gibt. Bis 1779 gehörte das Land zwischen Inn, Salzach und Hausruck zu Bayern, erst der Friede von Teschen schlug es zu Österreich. Das Reinheitsgebot von 1516 galt hier also zunächst genauso wie in München.
Schon seit der Mitte des 15. Jahrhunderts war das Brauen im Innviertel für viele ein Hauptberuf. Um 1600 standen allein in Braunau am Inn rund 23 Brauereien, in Ried im Innkreis waren es im 17. Jahrhundert 13. Auf eine Stadt, die man in einer Viertelstunde durchquert, kamen damit mehr Sudkessel als heute in manchem Landkreis.
Die Brauerei Ried in Ried im Innkreis beruft sich auf das Jahr 1536, als ein Bräustadl des Georg Preu in einer Grenzbeschreibung auftaucht. Ein Wernhart Prew ist sogar schon für 1432 belegt. Ihre heutige Form erhielt sie 1908: Wirte, die mit der schwankenden Qualität des gelieferten Bieres haderten, gründeten eine Genossenschaft und kauften die Brauerei.
In Schärding wird die Familie Baumgartner erstmals 1609 innerhalb der Stadtmauern erwähnt. Über 400 Jahre blieb die Brauerei in Familienbesitz, inzwischen gehört sie einer gemeinnützigen Stiftung. Von 1950 bis 1954 wurde sie vor die Stadt verlegt, wo sie auch heute steht.
Einen EU-Herkunftsschutz für Innviertler Bier gibt es nicht; das „Bayerische Bier“ (g.g.A. seit 2001) gilt nur für Bayern. Dafür hat sich die Region selbst organisiert: Die Bierregion Innviertel vereint nach eigenen Angaben zehn Brauereien, 28 Wirte und mehr als 80 Biersorten.