
Kloster, Stadt, Seenland
Region & Geschichte
Wie alt ist das Salzburger Bier? Für die Stieglbrauerei beginnt die Geschichte 1492: Damals vererbte Hans Peuntner sein Brauhaus „auf der Gstätten“ an die Witwe seines Sohnes, und die Urkunde nennt es erstmals. Den Namen trägt die Brauerei nach dem Stieglein, einer kleinen Treppe, die zum Wasser hinunterführte. Heute gilt Stiegl als größte Privatbrauerei Österreichs und gehört seit mehr als 120 Jahren der Familie Kiener.
Noch eine Jahreszahl weiter zurück liegt Hallein. Dort gründete der Salzburger Kaufmann und Bürgermeister Hans Elsenheimer 1475 in Kaltenhausen eine Brauerei, die später als Hofbräu Kaltenhausen bekannt wurde. Sie gehört heute zur Brau Union Österreich im Heineken-Konzern. Die Biermarke Kaiser wurde einst dort gebraut, die Hauptproduktion wanderte später nach Zipf und Wieselburg.
Ein Wendepunkt kam 1605. Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau holte Augustiner-Eremiten aus München nach Salzburg, und mit den Mönchen kam die Braukunst. Im Kloster Mülln wird seit 1621 gebraut; 1835 übernahm die Benediktinerabtei Michaelbeuern die Anlage. Wer heute durch die Pforte geht, steht in einem der letzten großen Klosterbräustübl der Alpen.
Auf dem Land entstand ein dritter Weg. In Obertrum am See wird seit 1601 gebraut. 1775 erwarb Josef Sigl, ein Hopfenhändler aus Perlesreuth bei Passau, das Wirtshaus samt Braurecht. Die Familie führt den Betrieb als Trumer Privatbrauerei bis heute, inzwischen in achter Generation.
Eine geschützte Herkunftsbezeichnung wie beim Kölsch gibt es für Salzburger Bier nicht; im EU-Register steht für Österreich kein einziges Bier. Was das Salzburger Bier verbindet, ist also keine Rechtsform, sondern die Nachbarschaft von Kloster, Stadtbrauerei und Landbrauerei.