
Stift, Stadt, Genossen
Region & Geschichte
Woher kommt Gösser Bier? Aus Göss, einem Ortsteil von Leoben in der Obersteiermark. Schon 1459 wird dort im Frauenstift ein Braumeister namens Lenhart Newmaister erwähnt. Das Stift wurde 1782 aufgehoben, gebraut wurde weiter.
Den Sprung zur Großbrauerei schaffte Göss unter Max Kober. Der Braumeister aus dem galizischen Żywiec kaufte den Betrieb 1860. Gegen 1892 war Göss die größte Brauerei der Obersteiermark, und 1973 überschritt sie erstmals eine Million Hektoliter im Jahr.
Im Süden von Graz entstand 1838 die Brauerei Puntigam. Der Grazer Franz Knabl gründete sie auf dem Puntigamhof, dessen Name ursprünglich ein Familienname war. Franz Hold übernahm 1840, die Familie Schreiner 1889, und 1913 erreichte der Betrieb mit 380.000 Hektolitern seinen Rekord.
Heute gehören Gösser und Puntigamer zusammen. 1977 schloss sich Gösser der Steirerbrau-Gruppe an, 1991 ging sie in der Brau-Beteiligungs-AG auf, und seit 1993 laufen beide Marken unter dem Dach der Brau Union. Diese übernahm 2003 der Konzern Heineken.
Daneben stehen zwei Häuser, die ihren eigenen Weg gehen. In Murau wird seit 1495 gebraut, seit 1910 als Genossenschaft, die nach Angaben der Brauerei 468 regionalen Mitgliedern gehört. In Hirt bei Micheldorf in Kärnten nennt ein Inventar des Gurker Domkapitels 1270 erstmals die Brauerei, die heute als Familienbetrieb Kärntens einzige Privatbrauerei ist.
Einen EU-Herkunftsschutz für ein steirisches oder Kärntner Bier gibt es nicht. Geschützt ist dafür das Steirische Kürbiskernöl, das später am Tisch eine eigene Rolle bekommt.