
Dreher & Kuffner
Region & Geschichte
Woher kommt das Wiener Lager? Aus Schwechat, einer Stadt gleich hinter der Wiener Stadtgrenze. Dort braute Anton Dreher 1841 ein helles, untergäriges Bier und ließ es über Monate in kalten Kellern reifen. Weil es so lange lagerte, nannte er es Lagerbier, und als Stilname lebt das Wort bis heute.
Dreher hatte auf Reisen in England neue Verfahren kennengelernt. Zu Hause legte er einen Eiskeller an und stellte mit englischer Technik ein vergleichsweise helles Malz her. Bei etwa null Grad gereift, wurde das Bier klar, mild und haltbar. Man konnte es im Winter brauen und im Sommer noch ausschenken. Die österreichische Brauwirtschaft feiert es deshalb als erstes helles Lagerbier der Welt.
Der Erfolg zog Gäste an. In den späten 1840er Jahren ließ Dreher Ausflugszüge der jungen Eisenbahn bis nach Kledering fahren, einem Ortsteil von Schwechat. Von dort brachten Kutschen die durstigen Wiener zu seinem Brauereigasthaus.
In der Stadt selbst begann die Ottakringer Brauerei 1837 mit dem Müllermeister Heinrich Plank, der bald zahlungsunfähig war. 1850 übernahm die Familie Kuffner den Betrieb und baute ihn zu einer der großen Wiener Brauereien aus. Ottakringer gilt heute als letzte unabhängige Großbrauerei der Stadt.
Einen geschützten Herkunftsnamen gibt es nicht: Keine österreichische Bierangabe steht im EU-Register, und „Wiener Lager“ ist ein Stilname ohne Schutz. Schwechater gehört heute zur Brau Union Österreich, einer Tochter von Heineken, und braut weiter in Schwechat.